Kölner Stadtanzeiger Interview mit Gerd Leonhard: Die Zukunft ist besser als wir denken (in German)

Gestern erschienen – hier zum Lesen (kostenlose Registrierung erforderlich;)

  • Unser Wirtschaftssystem sei künftig nicht mehr haltbar, sagt Futurist Gerd Leonhard. Immer mehr Arbeit werde automatisiert, Jobs fielen weg.
  • Im Interview spricht Leonhard über Chancen und Risiken der Technologisierung und seinen ungebrochenen Optimismus.

Welche Entwicklungen sehen Sie?

In ungefähr zehn Jahren sind Computer unendlich leistungsfähig. Alle Beschränkungen, die sie jetzt noch haben, vor allem Energiegrenzen, wird es nicht mehr geben. Oder soziale Medien: Es findet gerade eine Wendung zurück zur Menschlichkeit statt. Die Leute sagen: Der ganze Krach war gut, aber jetzt möchte ich wieder mehr Qualität und Menschlichkeit.

Ihr neues Buch heißt „Technology vs. Humanity“. Sie sehen also einen Aufprall, kein freundliches Zusammentreffen. Warum so pessimistisch?

Ich bin eigentlich optimistisch. Mein ehemaliger Verleger wollte diesen Titel (lacht).

Was wäre der bessere Titel?

„Mensch MIT Technologie“. Die Technologie ist schon hier, und wird immer stärker und das werden wir nicht ändern. Also müssen wir Möglichkeiten finden, das Beste daraus zu machen und das Schlechte zu minimieren. Wenn wir keine Balance finden, verursacht zu viel Technologie große soziale und politische Probleme

Ist der Niedergang der Volksparteien auch damit verknüpft, dass sie keine Antworten auf diese Fragen haben?

Sie stellen ja nicht mal mehr die richtigen Fragen! Das Resultat ist die Rechtsbewegung. Wenn die Leute Angst vor der Zukunft haben, gehen sie zurück zur Vergangenheit. Damals war alles gut, glauben sie. Soziale Media haben leider viel damit zu tun, dass Leute Angst haben. Die meisten denken, die Zukunft ist schlecht. Ich meine: die Zukunft ist besser als wir denken!

Nationalismus und Abschottung sind aber doch genau der falsche Weg. All die beschriebenen Probleme verlangen globale Lösungen.

Die Menschen agieren aber aus Angst. Wer Angst hat, igelt sich ein. Was wir brauchen, ist die erste Partei, die sagt: Wir haben eine Zukunftsvision, die sieht folgendermaßen aus und ist einigermaßen realistisch. Diese Partei wird abräumen….

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